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Normale Version: Infantino unter Druck – sind das wirklich nur Wichtigtuer?
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Bei Gianni Infantino wird es langsam interessant.
Der FIFA-Präsident hatte die Idee, über Investoren zusätzliches Geld in die FIFA zu holen und den Fußball noch stärker zu vermarkten. Doch der Widerstand aus den Verbänden war offenbar so groß, dass er von dem Vorhaben wieder abrücken musste.
Und plötzlich melden sich immer mehr Kritiker zu Wort.
Da stellt sich schon die Frage: Warum jetzt?
Sind das alles nur Funktionäre, die ihre fünf Minuten Öffentlichkeit wollen und sich an Infantino abarbeiten? Ein paar davon sicher. Im Fußball gibt es schließlich genug Menschen, die gerne laut sind, solange eine Kamera in der Nähe ist.
Aber vielleicht steckt mehr dahinter.
Denn letztlich geht es nicht nur um einen möglichen Investor. Es geht um Macht und Geld.
Infantino hat die FIFA in den vergangenen Jahren wirtschaftlich enorm gestärkt. Mehr Einnahmen, größere Turniere, mehr Geld für die Verbände – besonders viele kleinere Fußballnationen profitieren davon. Das ist seine stärkste politische Waffe.
Aber genau diese Entwicklung hat auch eine Kehrseite: Je größer die wirtschaftliche Macht der FIFA wird, desto größer wird die Frage, wer diese Macht kontrolliert.
Und da wird es für Infantino unangenehm.
Denn wenn wichtige Entscheidungen über Milliardenbeträge und die Vermarktung des Weltfußballs vorbereitet werden, ohne dass sich alle Beteiligten ausreichend eingebunden fühlen, entsteht Misstrauen.
Dann geht es plötzlich nicht mehr um die Frage, ob ein Investor gut oder schlecht für den Fußball ist.
Dann geht es um die Frage:
Wer entscheidet eigentlich über die Zukunft des Fußballs – die Verbände gemeinsam oder der FIFA-Präsident?
Deshalb würde ich nicht jeden Kritiker Infantinos als Wichtigtuer abtun. Manche wollen sicherlich nur ihre eigene Position stärken. Andere kämpfen aber möglicherweise um etwas Grundsätzlicheres: ihren Einfluss auf den Fußball.
Und genau deshalb könnte die aktuelle Entwicklung für Infantino gefährlicher sein, als es auf den ersten Blick aussieht.
Denn einen Gegner kann man ignorieren.
Wenn sich aber viele unterschiedliche Interessen gegen einen Präsidenten verbinden, wird daraus ein Machtproblem.
Wie seht ihr das?
Ist die Kritik an Infantino berechtigt obwohl er sein Vorhaben aufgegeben hat – oder versuchen hier hauptsächlich Funktionäre, die selbst gerne mehr Macht hätten, den FIFA-Präsidenten zu schwächen?